-Das meinen wir! Impfstrategie in der Kritik

Kurz vor Ostern platzte im Land Berlin eine mittelgroße Bombe: Die mit viel Aufwand organisierten Impfungen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe mittels der mobilen Impfteams wurden kurzfristig abgesagt und um drei Wochen verschoben. Viele Verbände, Vereine und Institutionen waren entsetzt. So auch der Berliner Behindertenverband, der an die zuständigen Senatorinnen einen Brief schrieb. Selbst ein Mitglied des Deutschen Ethikrates, Andreas Lob-Hüdepohl, hatte hierfür öffentlich kein Verständnis. Seiner Meinung nach zählen jene Menschen zur allerhöchsten Impfpriorität. Hätten also seiner Logik folgend, längst geimpft werden müssen. Wieso ist dies dann nicht bereits geschehen, frage ich mich?

Was ist logisch?

Apropos Logik: Für die Journalistin Melanie Amann (Der Spiegel) ist die Logik eines Amtseid der Mitglieder der Bundesregierung bereits stark ramponiert. Sie meint sogar öffentlich, dass Amtspflichten gravierend verletzt wurden. Sie macht es an dem Argument fest, dass es die allerste Pflicht des Staates ist, dass Leben seiner Bürger zu schützen. Alles andere müsse sich diesem unterordnen. Was zeigt uns dies alles auf? Die Kritik an der Politik, sowohl auf der Bundes- als auch auf der Landesebene, wird von vielen Seiten massiver. Unverständnis baut sich. Und mit Spaltung der Gesellschaft, wie die Politik meint zu kontern, hat dies auch nichts zu tun. Da hilft ein Wegducken von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci nicht wirklich weiter, die für Nachrichtensendungen wie die Abendschau (rbb) keine Zeit mehr hat.