-Inklusion im Job: „Hauptsache, die Arbeit wird gut“ (Tagesspiegel, 22.11.2018

Jugendliche mit Beeinträchtigungen haben es beim Start in die Ausbildung nicht leicht. Drei junge Berufstätige erzählen, wie sie ihren Weg gehen.

Von ALENA HECKER
 

Jasper Dombrowski (23), Behindertenverband

An seinen Ausbildungsplatz ist Jasper Dombrowski mit der Hilfe eines Freundes gekommen, der den Inhaber der Kreuzberger Werbeagentur Die Goldkinder kannte. „Nach einigem Überlegen hat der sich für mich entschieden. Ich bin unendlich glücklich, dass das geklappt hat“, sagt der 23-Jährige. Denn der Weg bis zur Ausbildung zum Mediengestalter war nicht einfach: „Häufig habe ich Absagen bekommen. Das kann an meiner Behinderung liegen, von der ich in der Bewerbung geschrieben habe, oder auch daran, dass es einfach zu viele Bewerber gab.“ Zu zwei, drei Gesprächen wurde er zwar eingeladen, aber nicht eingestellt. „Sie haben sich nicht darauf eingelassen – warum auch immer.“

Aufgrund einer Zerebralparese, einer frühkindlichen Hirnschädigung, ist Jasper bei Tätigkeiten wie Essen, Toilettengängen oder auch einfachen Handgriffen auf Hilfe angewiesen; im Alltag steht ihm dafür eine Assistenzperson zur Seite. Auch das Sprechen fällt ihm schwer: „Wer mich länger kennt, kann mit mir sprechen.“ Mit allen anderen kommuniziert er lieber schriftlich über sein iPad.

Nach Ende seiner Ausbildung recherchierte der Mediengestalter im Internet und stieß dabei auf die Berliner Behindertenzeitung. „Da habe ich einfach eine Mail mit meinem Portfolio hingeschickt und gefragt, ob sie jemand bräuchten.“ Nach wenigen Mails und einem persönlichen Treffen mit dem Vorsitzenden des Berliner Behindertenverbandes Dominik Peter war klar, dass beide sich eine Zusammenarbeit vorstellen konnten.

Mittlerweile ist Jasper Dombrowski seit zwei Jahren für das Layout der Berliner Behindertenzeitung verantwortlich und gestaltet Flyer, Plakate und Banner für verschiedene Veranstaltungen. Die Arbeit macht ihm großen Spaß, auch mit dem Team kommt er gut zurecht: „Nach einiger Zeit werden alle zunehmend entspannter.“ Dass er an seiner Arbeit und nicht an seinen körperlichen Einschränkungen gemessen wird, ist Jasper wichtig. „Es ist doch egal, ob man ein Handicap hat oder nicht. Hauptsache, die Arbeiten werden gut. Wenn sich ein paar mehr Leute darauf einlassen würden, könnten viele Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt sein.“ Das helfe auch gegen den Fachkräftemangel in Deutschland. „Menschen mit Behinderungensind nämlich auch super ausgebildet.“

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