Berliner Behindertenverband "Für Selbstbestimmung und Würde e.V."

-Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)

Im Rahmen der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB), die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wird, hat auch die Beratungsstelle im Berliner Behindertenverband (Kurzform BBV ) seit dem 01. Januar offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Künftig stehen allen Interessierten nun vier kompetente Ansprechpartner für Fragen rund ums Thema Teilhabe zur Verfügung.

Mit dem Bundesteilhabegesetz wurden im neuen § 32 des Neunten Sozialgesetzbuchs (SGB IX) die gesetzlichen Voraussetzungen für ein unentgeltliches, allen Menschen mit (drohenden) Behinderungen und ihren Angehörigen offenstehendes und Orientierung gebendes Angebot zur Beratung über Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe geschaffen. Bundesweit sind über 400 Beratungsstellen eingerichtet worden, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert werden. Auch der BBV hat einen Zuschlag bekommen und bietet seit Jahresanfang die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung an. Ab jetzt stehen Ihnen vier kompetente BBV-Ansprechpartner für Fragen rund um das Thema Teilhabe zur Verfügung.

Die EUTB-Beratungszeiten des Berliner Behindertenverbands sind:

Dienstag: 10:00 – 13:00 Uhr

Mittwoch: 12:00 – 15:00 Uhr

Donnerstag: 16:00 – 19:00 Uhr

Freitag: 13:00 – 16:00 Uhr

Samstag: 13:00 – 16:00 Uhr

 

WICHTIG Um eine angemessene Beratung gewährleisten zu können, ist eine Terminvereinbarung erforderlich.

Kontaktdaten: Geschäftsstelle des Berliner Behindertenverbands (Adresse: Jägerstraße 63 D, 10117 Berlin).

Telefon: 030/204 38 48

E-Mail: teilhabeberatung@ bbv-ev.de

Die Beratungstermine finden in den barrierefreien Räumen des BBV statt. Eine barrierefreie Toilette ist vorhanden.

Unsere vier kompetente BBV-Ansprechpartner für Fragen rund um das Thema Teilhabe im Portrait

 

MMARGARITA

Sie ist Juristin und kennt sich sehr gut mit Sozialrecht aus. Außerdem verfügt sie über langjährige Erfahrung in der Organisation und Durchführung von Projekten sowie in der Beratung von Menschen zu verschiedenen Belangen wie beispielsweise zu psychisch belastenden Lebenssituationen oder chronische Erkrankungen. Ihr Anliegen ist es, die Bedingungen, unter denen Menschen mit Behinderungen leben, so gut wie möglich zu verbessern und sie durch die Beratung in die Lage zu versetzen, selber möglichst effektiv mit Behörden und anderen Stellen umzugehen. „Ich wünsche mir, dass wir den Ratsuchenden vermitteln können, welche Möglichkeiten – insbesondere durch das neue BTHG – sie haben, um ihre individuelle Lage zu verbessern: Welche Anträge können gestellt werden, welche Möglichkeiten in beruflicher Hinsicht gibt es, ist ein Widerspruch eine gute Idee oder ist eine andere Stelle zuständig, wie läuft das Prozedere bei der Beantragung eines Persönlichen Budgets ab, was kann ein Reha-Antrag bringen?“

Ratsuchende sollen sich durch die Beantwortung dieser und mehr Fragen bei Ihr gut aufgehoben fühlen und damit zuversichtlich die Umsetzung ihrer Pläne in Angriff nehmen. Außerdem ist es ihr Wunsch, im Rahmen des EUTB-Projekts Erfahrungen mit dem neuen BTHG zu sammeln. Gerade die Veränderungen, Probleme und Verbesserungsbedarfe die das neue Gesetz mit sich bringt, sind für sie von großem Interesse. Wenn sie gerade einmal nicht ihrer beruflichen Tätigkeit nachkommt, nimmt sie Gesangsunterricht und ist Mitglied in einem Kammerchor.

_MG_0993(2)MARTIN

Er war zehn Jahre Beamter, hat danach verschiedene Weiterbildungen absolviert und in Dienstleistungsunternehmen in verschiedenen Funktionen gearbeitet – zuletzt als Ausbilder in einem großen deutschen Konzern. Aufgrund einer depressiven Erkrankung musste er diese Tätigkeit im Jahr 2015 aufgeben und hat Weiterbildungen zum psychologischen Berater und zum EX IN Genesungsbegleiter absolviert (Experten durch Erfahrung in der Psychiatrie). Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen mit Depressionen, unter anderem wegen Arbeitsplatzverlust, ist er seitdem auch als Peerberater und Dozent-/ Referent tätig (zu Themen wie `Psychische Gesundheit im Arbeitsleben`). Ferner auch als Projektmanager (unter anderem LAUF und MARKT für seelische Gesundheit auf dem Tempelhofer Feld). Martin ist überzeugt: „Peerberatung wie die EUTB und Selbsthilfe sollten in Deutschland stärker etabliert werden, weil sie vielen Menschen helfen – gerade im Bereich seelische Gesundheit. Als ich Anfang 2015 Mitglied im Berliner Behindertenverband wurde, war das Thema seelische Behinderung noch nicht so stark im Fokus, aber ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt und mich gerne im BBV engagiert“. Nebenbei leitet Martin Schultz das Projekt „Selbsthilfe bewegt!“

In Pankow, ist Betroffenenvertreter im Klinikbeirat des St. Joseph-Krankenhauses Berlin-Weissensee und Patientenvertreter im Gemeinsa- men Bundesausschuss (G-BA). In der Freizeit treibt er gerne Sport, seit einigen Wochen auch mit einem vierbeinigen Trainingspartner, seinem kleinen Husky.

_MG_0913(3)FELIX

Felix hat an der Universität Potsdam Rechtswissenschaf- ten studiert. Nach einem Unfall war er gezwungen, sein Studium zu unterbrechen, welches er schließlich wiederaufnahm und erfolgreich zum Anschluss bringen konnte. Danach war er unter anderem als Jurist bei rbm (Rechte behinderter Menschen) angestellt. Seit dem Jahr 2013 hat er sich auf Zivilrecht- und Sozialrecht spezialisiert. Auch schon vor seiner Beratungstätigkeit im Rahmen der Ergänzenden un- abhängigen Teilhabeberatung war Felix ehrenamtlich im BBV aktiv und hat dort seit vielen Jahren BBV-Mitglieder beraten. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass eine Vielzahl seiner Klienten überhaupt keinen Einblick in die rechtliche Materie hat – daher sein Engagement in der EUTB.

„Außerdem ist die unahängige Beratungsstelle ein hervorragendes Angebot im Rahmen der Selbsthilfe, die rechte Betroffener zu stärken und dabei eigene Erfahrungen als Betroffener mit einfließen zu lassen“. Sein Wunsch ist es, ein gutes Beratungsangebot zu etablieren, was zahlreich angenommen wird und hilft, den Betroffenen konkret zu unterstützen. Er ist davon überzeugt, dass jeder einzelne Berater mit seinen persönlichen Erfahrungen und der Expertise als Betroffener einen wertvollen Beitrag für die Ratsuchenden bringen kann und dass dadurch die Qualität des Angebots steigt. Seine Freizeit verbringt er gerne mit seinem siebenjährigen Sohn. Außerdem geht er gerne auf Reisen oder kocht und trinkt gerne Rotwein.

_MG_0978(2)CHRISTIAN

Christian hat einen Master in Sozialwissenschaften. In seinem Studium beschäftigte er sich schon wissenschaftlich mit dem Thema Behinderung. Außerdem absolvierte er eine Redaktionsausbildung bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV ) und war hier in einem Projekt zum Thema „barrierefreie KBV“ eingebunden. So konnte er sich auch hier mit seinem Wissen über Behinderung einbringen. Bevor Christian beim BBV anfing, arbeitete er einige Zeit bei der Beauftragten für die Belange behinderter Menschen der Bundesregierung – hiernach zunächst ehrenamtlich im BBV. Nach seiner Ausbildung fand er dann eine Festanstellung im Verein. Im Laufe der Zeit hat er sich behinderungsspezifisches Fachwissen aneignen können. Neben seiner Tätigkeit als Berater, die er Anfang des Jahres aufgenommen hat, ist er seit September vergange- nen Jahres auch Mitarbeiter des BBV-Projektes FiM – „Fit in Medien“ und stellvertretender Chefredakteur der Berliner Behindertenzeitung.

Beim Projekt FiM bringt er – zusammen mit seinen Kollegen – anderen Menschen mit Behinderungen bei, wie man politische Forderung medienwirksam aufbereitet. Sein Anliegen als „frischer“ Teilhabeberater ist es, ein kompetenter Ansprechpartner zu sein, den Menschen mit Behinderungen gerne aufsuchen. Dabei hegt er den Wunsch, dass das Projekt ein Erfolg für alle Beteiligten sein wird. „Ich fände es schön, wenn ich in wenigen Jahren auf die Straße gehe und mich der ein oder andere erkennt, weil ich ihm erfolgreich im Projekt helfen konnte“.

Außerhalb seiner Arbeit betreibt er gerne Sport und lernt andere Kulturen kennen bzw. bereist die Welt.