Berliner Behindertenverband "Für Selbstbestimmung und Würde e.V."

-Berlin ist für Behinderte wenig attraktiv (Morgenpost, 07. Mai 2016)

BMBerlin belegt in einer Umfrage den vorletzten Platz. Das größte Problem sind die Wohnungen – und darüber wird gestritten.
 
Von Lorenz Vossen

Blinde und Rollstuhlfahrer sind in München offenbar besser aufgehoben als in Berlin. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der „Aktion Mensch“ unter 2295 Personen zum Thema Barrierefreiheit. Unter den fünf größten deutschen Städten belegt Berlin demnach den vorletzten Platz, nur in Köln waren die Ergebnisse schlechter. An der Spitze steht München, gefolgt von Frankfurt am Main und Hamburg.

Verglichen mit der Umfrage aus dem Jahr 2012 waren die Berliner Ergebnisse in allen Bereichen schlechter. So gaben nur 24 Prozent der Befragten an, dass ihr Arbeitsplatz ausreichend barrierefrei sei, acht Prozentpunkte weniger. Auch die Gastronomie kam mit 28 Prozent schlecht weg (34 Prozent 2012). Die Frage nach der Barrierefreiheit von Fernbahnhöfen erhielt mit 51 Prozent Zustimmung ein durchschnittliches Ergebnis.

Die Ergebnisse decken sich mit den Erfahrungen des Berliner Behindertenverbandes (BBV). „In der Gastronomie hat sich überhaupt nichts getan“, kritisiert BBV-Sprecher Dominik Peter. Auch im öffentlichen Nahverkehr seien die Entwicklungen eher durchwachsen. Zwar würden die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) immer mehr Bahnhöfe für Rollstuhlfahrer nutzbar machen. Einer Ausrüstung der Busse mit Außenlautsprechern, wie sie für Blinde notwendig wären, würde sich das Unternehmen aber nach wie vor verweigern. Und von den rund 8000 Taxis seien nur sechs barrierefrei.

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